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Rechten Parolen widersprechen - Diskussionsabend im Haus der Kirche

Improtheater

Damit ein „Ruck gegen rechts“ durch Kirche und Diakonie geht, hatte die Steuerungsgruppe Gender, die Konferenz der Diakonie und die Evangelische Erwachsenen Bildung zur Diskussion gebeten: v.li. Frieder Marahrens, Christine Böckmann, Christian Staffa, Doris Schmidtke und Rita Steinbreder.

Wollen wir zu Weihnachten tatsächlich die braune Soße? Diese Frage eines „Improtestanten“ war nicht kulinarisch gemeint. Vielmehr ging es um rechte Tendenzen in Kirche und Diakonie. Denn die gibt es leider. „Der rechte Rand ist mitten unter uns“, wie die Organisatoren von „Ruck gegen rechts“, Referenten und Moderatoren selbstkritisch feststellen mussten.

„Ich hoffe sehr, dass dieser Abend Folgen hat“, meinte Diakoniepastorin Doris Schmidtke am Ende eines Abends unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“, der zugleich informativ, unterhaltsam und beunruhigend war. Ihr Wunsch: in den Kirchengemeinden soll weiter diskutiert und Flagge gegen rechts gezeigt werden.

Haupt- und Ehrenamtliche aus Kirche und Diakonie diskutierten angeregt mit der Referentin Christine Böckmann, katholische Theologin und Mitarbeiterin von „Miteinander -Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt“, und Dr. Christian Staffa, Theologe und Studienleiter für Demokratische Kultur und Kirche an der Evangelischen Akademie Berlin. Durch den Abend führten Rita Steinbreder und Frieder Marahrens.

Christentum und rechte Gesinnung schließen sich keineswegs aus. Schon immer gibt es Christen und Christinnen im rechten Spektrum, so Christine Böckmann. Dr. Christian Staffa nannte ein Horrorszenario, das er selbst nicht selten durchlebte: Andacht und lobende Worte zum Gottesdienst und beim Geburtstagsbesuch rechtsradikale Parolen. Der Theologe analysierte rechtsgerichtete Strömungen in christlichen Gemeinden. „Das christliche Abendland ist kontaminiert“, so seine Meinung, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz sei leider ein Zeichen der „Herrschaftssicherung des Christentums“.

Ein Patentzrezept gegen rechte Strömungen in der Kirche wurde an diesem Abend nicht entwickelt, wohl einige Möglichkeiten, dem entgegenzutreten. „Wir müssen unsere Weihnachtsbotschaft ‚Fürchtet euch nicht‘ weitertragen“, riet Christiane Böckmann. Gegen die rechte Angstmache „Fürchtet euch“ sei Zivilcourage angezeigt.

Ausgrenzungen oder Weghören sind für Christian Staffa kein geeignetes Mittel gegen rechte Parolen: „Wenn wir innerhalb der Hauptamtlichen nicht darüber streiten können, kommen diese Themen auch nicht in den Gemeinden an.“ Also: Im geeigneten Umfeld rechten Parolen widersprechen, dabei genau hinsehen, wen Kirche und Diakonie sich zum Unterstützer macht.

Sprechen, widersprechen, zusprechen und nachsprechen – das ist das Metier des Improtheaters Osnabrück. Die Diskussionsteilnehmer bestimmten durch Zuruf, was gespielt wurde. Nicht so einfach, die nie zuvor nie gestellte Frage „Wie steht die AfD zur Jungfrauengeburt?“ szenisch darzustellen. Die Improtestanten schafften es. Sie brachten in Sätzen und Gesten auch zusammen, was in Kirche und Diakonie normalerweise nicht geht: Intoleranz und Nächstenliebe, karierte Koalition und Neumarktsperrung.

Herzlich willkommen!

Die Konferenz der Diakonie in Stadt und Landkreis Osnabrück freut sich über Ihren Besuch.

Geschäftsführender Vorstand vlnr: Heiner Böckmann, Lore Julius, Friedemann Pannen
Geschäftsführender Vorstand vlnr: Heiner Böckmann, Lore Julius, Friedemann Pannen


Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!
Psalm 34,15

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